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Wie diskutiert man Medienfragen - (fast) ohne Medien?

26.08.2009
 

Betriebsversammlungen am gleichen Tag bei 5 großen österreichischen Versicherungen. Würden die Medien berichten? Gewiss doch. Betriebsversammlungen bei 5 wichtigen österreichischen Medien: Presse, Wirtschaftsblatt, Kleine Zeitung, Tiroler Tageszeitung, APA. Berichten die Medien? Kaum: Der Standard (bei dem keine Versammlung stattfand) ist die große Ausnahme, die Wiener Zeitung schreibt nüchtern die gewerkschaftliche Aussendung ab. Beim ORF war auch etwas zu lesen.

Die geringe Resonanz ist verständlich. Es ist schwer, nach journalistischen Kritierien vielleicht sogar unmöglich, über etwas zu schreiben, von dem man selbst unmittelbar betroffen ist.

Das ist aber auch das Dilemma der Medien: Es fehlen ihnen die Werkzeuge zu einer fundierten Reflexion über den Wandel, dem sie ausgesetzt sind. Natürlich geht es ums Einkommen der JournalistInnen. Das ist schon wichtig genug (für sie). Es geht aber auch um die Frage, ob ihnen mehr kollektivvertraglicher Schutz zusteht als anderen ArbeitnehmerInnen. Es geht darum, ob die Ergebnisse journalistischer Arbeit unveränderliche Endprodukte sind oder nur Zwischenprodukte sind oder gar Rohmaterial, das für andere Zwecke von den Medienhäusern beliebig weiterverarbeitet werden darf. Es geht um die Frage, ob die Endprodukt-Position angesichts des Drucks auf die Medienunternehmen, kostengünstig unterschiedliche Kanäle (Print, Online, Video ...) zu bedienen, faktisch überhaupt haltbar ist.

Die grundlegende Frage ist aber: Wie können diese Fragen, die keineswegs nur Medien und Medienleute betreffen, breit und nicht nur in exklusiven Zirkeln diskutiert werden? Wie kann dafür (Medien-)Öffentlichkeit hergestellt werden?



 

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