In einem Blogbeitrag thematisiert Mirko Lange (er twittert auch unter seinem Agentur-Namen talkabout) am Beispiel von Opel die fast schon ewige Frage: Ist die Konzentration auf klassische Werbung (Print, TV) sinnvoll, um einen nachhaltigen Imagewandel zu bewirken? Darf man Dialog-Medien hintanstellen? Lange konzentriert sich in seiner Kritik auf den Social Media-Verzicht des Konzerns. Wobei Opel nicht nur Social Media ignoriert. Dass ein derart umfassender Marken-Relaunch, in einer Phase, in der der Konzern im Zentrum des öffentlichen Interesses steht, kaum Medienech hervorruft (von den großen im Internet verfügbaren deutschen Medien berichtet offenbar nur DIE WELT) darf wohl als Versäumnis der Konzernkommunikation interpretiert werden. Dass Opel mit dem Verzicht auf breite Dialog-Kommunikation sich vieler Chancen beraubt, ist evident. Al & Laura Ries haben die Grenzen von Werbung und die Möglichkeiten von PR bereits 2002 in ihrem Buch "The Fall of Advertising & the Rise of PR": - Advertising Is the Wind. PR Is the Sun
- A. is Spatial. PR is Linear
- A. Uses the Big Bang. PR Uses the Slow Buildup
- A. Is Visual. PR is Verbal.
- A. Reaches Everybody. PR Reaches Somebody
- A. Is Self-Directed. PR Is Other-Directed
- A. Lives. PR Lives
- A. Is Expensive. PR Is Inexpensive
- A. Favors Line Extensions. PR Favors New Brands
- A. likes Old Names. PR Likes New Names
- A. Is funny. PR Is Serious
- A. Is Uncreative. PR Is Creative
- A. Is Incredible. PR Is Credible.
- A. Is Brand Maintenance. PR Is Brand Building
Dass Opel sich also derart auf klassische Werbung fokussiert, scheint also unverständlich. Gäbe es nicht noch einen Unterschied: - Werbung ist perfekt kontrollierbar. PR bleibt immer unwägbar.
Und Unwägbarkeiten kann Opel in bewegten Zeiten überhaupt nicht brauchen. Allerdings: Der Opel-Dialog findet dennoch statt. Nur (fast) ohne Opel. |